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Ostschweizer Textilpionier, 19. Jahrhundert

Das Bild zeigt den Unternehmer Matthias Naef, der sich vorwiegend einen Namen als Textilfabrikant in Niederuzwil und Umgebung machte. Er baute Anfang des 19. Jahrhunderts die Weberei "Matthias Naef & Cie." auf, die als Familienunternehmen von seinen Nachkommen weitergeführt und im Jahr 1910 vom Textilindustriellen Peter Zweifel aufgekauft wurde.

Matthias Naef hatte bereits im Kindesalter das Weben erlernt und wurde mit 13 Jahren für Arbeiten als Knecht und Weber verdingt. Im Alter von 22 Jahren betrieb er mit seinen beiden Brüdern eine Weberei in Oberuzwil. Zehn Jahre später kaufte er eine Wirtschaft in Niederuzwil auf, um dort zukünftig seine eigenen Geschäfte zu führen. Er konnte seine Produktionen mit den Jahren stetig ausbauen. Sein unternehmerischer Aufstieg verschaffte auch den Einheimischen Arbeit als Spuler, Handweber usw. Bis zu seinem Tod im Jahr 1846 waren ca. 2'000 Arbeiter und Arbeiterinnen in Fabriken (Niederuzwil und Algetshausen) und in der Heimarbeit (Untertoggenburg und in der Gegend von Mörschwil) beschäftigt, wobei die meisten seiner Arbeiter und Arbeiterinnen in der Heimarbeit tätig waren.

 

Wie andere Fabrikherren pflegte auch Naef einen patriarchalischen Führungsstil, und seine Angestellten mussten lange Arbeitszeiten und schlechte Bezahlung hinnehmen. Einen verbesserten Schutz für Fabrikarbeiter und -arbeiterinnen brachte erst das eidgenössische Fabrikgesetz von 1877, einige Jahrzehnte nach Naefs Tod.

 

Fabrikordnung der Firma Mathias Naef, 1878; StASG W 031/07.02
PDF-Datei Fabrikordnung (1497 kB, PDF)    

Das Unternehmen Naef exportierte seine Stoffe auch ins Ausland bis in den Nahen und Fernen Osten. Der Absatz auf dem europäischen Kontinent war zu der Zeit aufgrund der besonderen Zollverhältnisse und der billigen Massenwaren durch die Konkurrenz erschwert.

Matthias Naef organisierte als Fabrikherr vom Produktionsablauf bis zum marktfertigen Produkt fast alles selbst. Persönlich lebte er anspruchslos inmitten der Betriebsanlagen, d.h. in einer Fabrik, welches gleichzeitig sein Eigenheim und das seiner Familie war.

 

 

Sackzettel

Bild vergrössern: Zur Deklaration der Waren diente ein "Sackzettel", welcher wahrscheinlich auf (Fracht-)Kisten geklebt wurde. Sackzettel, ca. 1885; StASG ZMH 79/007

Zur Deklaration der Waren diente ein "Sackzettel", welcher wahrscheinlich auf (Fracht-)Kisten geklebt wurde. Sackzettel, ca. 1885; StASG ZMH 79/007

1883 wurden erstmals die Erzeugnisse der Industrialisierung und Landwirtschaft der gesamten Schweiz an einer Landesausstellung in Zürich vorgestellt. St.Gallen war mit 363 von insgesamt 5'539 Ausstellern beteiligt. In eigens dafür erstellten Verkaufsständen konnten die Unternehmer ihre Waren den Besuchern ansprechend präsentieren und die Produkte der Konkurrenz begutachten. Die Eintrittskarte zeigt die Teilnahme des Familienunternehmens Naef, und ein Plan skizziert den Standort des Verkaufsstands Naef.

Eintrittskarte

Skizze Verkaufsstand

"Das moderne Zürich"

Quellen:

StASG W 031 (historisches Firmenarchiv der Weberei Matthias Naef & Cie. / Zweifel).

StASG BMB 091 (Bild zu Matthias Naef).

StASG ZMH 79/007 (Sackzettel der Firma Mathias Naef).

 

Bucher, Silvio: Die alte St.Galler Wirtschaft in Der Kanton St.Gallen, Geschichte-Kultur-Wirtschaft; H.A. Bosch, Aarau, 1974, S. 243-257.

Büchler, Hermann: Drei schweizerische Landesausstellungen – Zürich 1883, Genf 1896, Bern 1914; Juris, Zürich, 1970, S. 27-34.

Lemmenmeier, Max: Die Anfänge einer bürgerlich-industriellen Gesellschaft in Sankt-Galler Geschichte 2003; Niedermann Druck AG, St.Gallen, 2003, Bd. 5, S. 10-98.

Müller, Peter: Näf, Matthias in Neue Deutsche Biographie; URL: http://www.deutsche-biographie.de/sfz67795.html (Stand: 20.11.2012).

Widmer, Otmar: Niederuzwil und das Haus Mathias Naef in Untertoggenburger Neujahrsblätter; Buchdruckerei Flawil AG, Flawil, ca. 1936, S. 6-8.

 

Christine Stoy, Staatsarchiv St.Gallen

 

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